11/2013: Barcelona – Himmlische Stadt am Meer

Farbenfroh, lebendig & mit viel Kunst und Kultur: Barcelona

Letztes Jahr haben wir den Geburtstag meines Mannes mit einem Städtetrip nach Barcelona gefeiert. Wir sind nicht so die Partytypen, daher verdrücken, äh verreisen wir gerne, wenn solche Feierlichkeiten anstehen . Und wir können definitiv sagen: Barcelona ist eine der schönsten Städte der Welt. Klar, wir haben noch nicht alle Städte der Welt gesehen, aber trotzdem sind wir fest davon überzeugt. Und wer uns nicht glaubt, der muss sich eben selbst ein Bild davon machen!

Man muss auch dazusagen, dass es an den Tagen unseres Aufenthalts unablässig geregnet hat. Und trotzdem sind wir begeistert und freuen uns um so mehr, die Stadt das nächste Mal bei schönem Wetter zu besuchen. Fotos haben wir allerdings nicht sehr viele gemacht. Um euch trotzdem einen kleinen Einblick zu geben, habe ich noch Bilder von Barcelona.de Tourist Info zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen herzlichen Dank dafür!

Fotos von Barcelona.de Tourist Info:

Unsere Unterkunft hatten wir im Hotel Colon gebucht. Das Hotel ist zentral gelegen, im gotischen Viertel, direkt am öffentlichen Platz der Kathedrale. Unser Zimmer war ordentlich und sauber, mit einem Mini-Balkon zur Seitenstraße raus gelegen und sehr ruhig. Das Frühstück hat auch nichts vermissen lassen. Es gab sogar frisch gepressten Orangensaft und Kaffee von einer Nespresso-Maschine. Wir werden es nächstes Mal sicher wieder buchen.

Entgegen unserer sonstigen Einstellung, Touribusse zu meiden (wir erleben die Städte lieber hautnah und zu Fuß), haben wir diesmal notgedrungen darauf zurückgegriffen und ein 2-Tages-Ticket für diese Hop-On-Hopp-Off-Busse gekauft, um trotz Regen doch etwas von der Stadt zu sehen. Das Ticket gilt für alle Linien/Strecken der Anbieter und man kann an den vielen vorhandenen Haltestellen so oft aus- und wieder zusteigen, wie man möchte. Man sieht damit wirklich alles Wichtige und Schöne, was es hier so zu sehen gibt.

Ansonsten haben wir die U-Bahnen benutzt. Am besten eine T10-Fahrkarte kaufen. Die gibt es an jeder U-Bahnstation und am Schalter der RENFE-Bahnhöfe. T10 (Zone 1) gilt für Fahrten innerhalb der Stadt und der Zone 1, sowohl mit der Metro, den FGC, Bussen, Straßenbahnen sowie Nahverkehrszügen der RENFE. Man kann mehrere Verkehrsmittel benutzen, was als ein und dieselbe Fahrt zählt, vorausgesetzt sie dauert weniger als 1 Stunde, 15 Minuten. Sollte die Karte unlesbar werden, damit zum U-Bahn-Schalter gehen und sagen „Esta tarjeta no funciona“ (diese Karte funktioniert nicht). Beachten muss man auch, dass einige automatische Ticketanlagen nur Kleingeld akzeptieren.

Was muss man alles gesehen haben, bzw. was haben wir alles gesehen?

* Barri Gòtic, das gotische Viertel
Die unzähligen, kleinen engen und verwinkelten Gassen mit Kopfsteinpflaster und ihren geschichtsträchtigen Gebäuden vermitteln ein ganz besonderes Flair. Die Kathedrale bildet den Mittelpunkt des Viertels, des weiteren findet man hier viele Museen und kleine Geschäfte. Nachts gilt das gotische Viertel und der Stadtteil Raval als gefährliche und kriminelle Gegend. So wie die Ramblas und der Strand. Wobei ich das nicht schlimmer empfand, als in anderen Großstädten.

* La Rambla
Die Ramblas sind Barcelonas berühmteste Flaniermeile. Die Straße und Fußgängerzone reicht vom Plaça Catalunya bis zum Hafen. Hier ist immer etwas los und man erlebt eine ganz besondere Atmosphäre. Es tummeln sich sowohl Touristen wie auch Einheimische und Straßenverkäufer/ -künstler. Aber auch  Taschendiebe aller erster Klasse. Bei unserem Aufenthalt hatten wir kein Problem, es war auch nicht viel los, aber bei schönem Wetter kann man sich schon vorstellen, dass es anstrengend werden kann. 

* Plaza Reial
Der Plaza Reial geht direkt von der Rambla ab und ist das typische Bild in jedem Reiseführer. Die Mitte des Platzes ziert der Brunnen der drei Grazien mit zwei alten Laternen, drumherum befinden sich Gebäude im klassizistischen Stil. In den Palmen des Platzes muss es auch frei fliegende Papageien geben. Dafür war bei uns aber nicht die passende Jahreszeit.

* Der alte Hafen „Port Vell“ & das Einkaufszentrum Maremàgnum
Der Hafen beginnt am Ende der Ramblas, an dem das 60 Meter hohe Kolumbusdenkmal steht. An der Hafenpromenade entlang kommt man über die Moll de la Fusta (katalanisch = die Holzmole) zum Einkaufszentrum Maremàgnum, das zwischen dem Aquarium und dem großen IMAX-Kino liegt. Das Gebäude gleicht einem schwimmenden Schiff und beherbergt einige kleine Geschäfte, Boutiquen sowie Restaurants und wird abends zu einer Partymeile mit Diskotheken und Tanzclubs. Gegessen haben wir an einem Abend auch hier. Im Restaurant Fabián Maremagnum, das Gewinner des Best Pizza Award auf der New York Pizza Show erhalten hat. Die Pizzen waren auch sehr lecker, sehr dünn, aber ich hätte sie jetzt nicht wirklich als Award-Gewinner eingestuft. Naja. Wohl Geschmackssache und Sache der Konkurrenz.

* Hard Rock Cafe
Wie meistens, wenn sich die Gelegenheit bietet, haben wir auch diesmal dem Hard Rock Cafe einen Besuch abgestattet. Das wird mittlerweile schon fast ein Ritual . Das Hard Rock Cafe Barcelona befindet sich an der südlichen Seite des Plaça Catalunya, etwa 50 Meter von der Rambla entfernt.

* Park Güell – Gaudís Hommage an die Natur
Auf diesen Park hab ich mich am aller meisten gefreut. Leider haben wir nicht viel davon gesehen. Ein Parkspaziergang bei strömendem Regen bereitet einfach keine Freude und wir haben bald wieder Kehrt gemacht. Bei schönem Wetter ist der Park sicher wunderschön und diese Vorstellung wollten wir uns nicht zerstören. Der Park ist wirklich riesengroß und wenn man möchte, kann man sehr viel Zeit darin verbringen. Einen halben Tag kann man schon dafür veranschlagen. Man kann interessante Steingebilde, Skulpturen, herrliche Keramikarbeiten und faszinierende Gebäude bestaunen. Gleich am Eingangsbereich zum Beispiel, der über und über mit Keramikteilchen besetzte Drache. Oder einen Durchgang, der von gedrehten Steinsäulen getragenen wird, die an aus dem Boden wachsende Bäume erinnern. Alles irgendwie skurril, aber doch natürlich. Eben typisch Gaudí. Allseits bekannt sind wohl auch die mit bunten Mosaiksteinen verzierten Terrassen im oberen Teil des Parks.  Im Park befindet sich auch Gaudís ehemaliges Privathaus, das ein kleines Museum enthält und besichtigt werden kann.

* Sagrada Família – Von Gaudí entworfene römisch-katholische Basilika
Diese Sehenswürdigkeit ist leider immer noch eine große, große Baustelle. Laut Angaben auf Wikipedia ist die Fertigstellung für 2026 prognostiziert. Aus diesem Grund und auch aufgrund der langen Warteschlange, die sich trotz schlechtem Wetter fast einmal komplett um die Sagrada Família herumgeschlungen hatte, haben wir die Basilika nur von außen betrachtet. Außen ist sie aber ebenfalls sehenswert. Die Fassade zeigt das Leben von Jesus; von Geburt bis zur Kreuzigung. Eine Freundin ist der Meinung, dass bei der Kreuzigungs-Szene die Hoden von Jesus etwas überdimensioniert ausgefallen sind. Was meint ihr?

* Plaza Espanya und das Einkaufszentrum Las Arenas
Der Platz ist ein riesengroßer Kreisverkehr – also nichts wirklich spannendes. Erwähnenswerter ist, wenn dann, das Shoppingcenter Las Arenas, das in einer ehemaligen Stierkampfarena erbaut wurde. Es wird als riesiges Einkaufszentrum beschrieben, was mich jedoch dazu gebracht hat, mehr davon zu erwarten. Es ist ganz in Ordnung, aber ich habe schon größere gesehen und auch die Geschäfte waren jetzt nicht so überragend.

* Font Màgica
In unmittelbarer Nähe zum Plaza Espanya befindet sich ein riesiger Springbrunnen, der magische Brunnen von Montjuïcs. Tagsüber ist er keinen Blick wert, aber Abends muss er fantastisch sein. Eben magisch. Ganz im Stil von Las Vegas Springbrunnen des Bellagio werden die Fontänen im Takt der Musik gesprüht bzw. „gespielt“. Die Licht-Wasser-Musik-Show besteht aus 30 Musikstücken die jeweils circa eine Viertelstunde dauern. Länger bleiben oder mehrmals vorbeischauen ist unbedingt empfehlenswert. Wie meinte meine Freundin?  Kauft euch eine Flasche Rotwein, quetscht euch zu den 200 anderen Zuschauern auf die großen Treppen und genießt das Leben. Hätten wir sehr gerne gemacht, aber das ist definitiv auch eine Aktivität für trockenes Wetter, also haben wir das für nächstes Mal aufgehoben.

* Passeig de Gràcia
Ein Teil der fünf Kilometer langen, wunderschönen Flaniermeile von Barcelona. Mit Ihren breiten Boulevards auf beiden Seiten vermittelt die Straße ein Gefühl von „Reich und Schön“. Hier sind auch zwei von Gaudís wichtigsten Bauwerken zu finden. Casa Milà (auch „La Pedrera“, der Steinbruch genannt) und Casa Batlló. Letztere haben wir auch besichtigt:

* Casa Batlló
Ich glaube wir können sagen, dass wir absolute Fans von Gaudí sind. Es ist einfach unglaublich beeindrucken, was der Mann alles geschaffen hat. Seine Werke wirken wie aus einer anderen Welt. Naturgeprägt, detailverliebt, einfallsreich, kreativ, leidenschaftlich. Solche Menschen sind für mich Genies. Der Eintritt ist zwar nicht günstig (daher haben wir uns die Casa Milá für unsere zweite Barcelona-Reise aufgespart), aber eines dieser Häuser sollte man unbedingt besichtigen! Wir sind wahrlich auch keine Museumsgänger, aber das ist etwas ganz anderes. Das ist eine Zeitreise. Man fühlt irgendwie die Anwesenheit von Antoni Gaudí und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

* Museu Picasso
Das beliebteste Museum Barcelonas – das Picasso Museum – zeigt die frühen Arbeiten des Künstlers. Wer auch nur ein klein wenig was für Kunst übrig hat, ist hier gut aufgehoben. Einfach durch die Hallen spazieren und die Bilder auf sich wirken lassen. Auch die Gebäude des Museums, fünf gotische Stadtpaläste aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, sind einen Blick wert.

Abschließend noch eine kurze Anmerkung zum Taxifahren in Barcelona. Das ist recht teuer und wir hatten (mehr als in anderen Städten) das Gefühl, dass man als Tourist grundsätzlich verarscht wird. Wenn man meint, dass etwas nicht stimmt, z.B. zu lange Routen gefahren werden (soweit man das beurteilen kann), dann kann man nach dem „Libro (de reclamaciones)“ fragen, dann werden die Taxifahrer angeblich ganz brav. Das Libro ist ein Beschwerdebuch, dass per Gesetz geführt werden muss und als Kunde hat man immer das Recht, reinzuschreiben. Und wenn man reinschreibt, ist das gar nicht gut für die Karriere des Taxifahrers, daher also ein super Drohmittel.

Wir können Barcelona jedem ans Herz legen und geben hiermit eine klare Empfehlung für einen Städtetrip ab!

Muchos saludos!

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